«Sägemehl», pflegte er stolz zu sagen, «das ist eins der großen Geheimnisse meines Erfolgs. Und es kostet mich gar nichts. Ich krieg’s gratis aus der Tischlerei.»

«Wozu brauchst du das denn?» fragte ihn Matilda.

«Ha!» sagte der Vater. «Das möchste wohl gerne wissen.»

«Ich kann mir nicht vorstellen, wie dir Sägemehl beim Autoverkaufen helfen kann, Vati.»

«Weil du eine dumme kleine Meckerziege bist», antwortete ihr der Vater. Er war in seiner Wortwahl nie sehr zimperlich, aber daran war Matilda gewöhnt. Sie wußte auch, daß er gern angab, und damit zog sie ihn hemmungslos auf.

«Du mußt wirklich schrecklich klug sein, daß du sogar Sachen verwenden kannst, die nichts kosten», sagte sie. «Ich wünschte, das könnte ich auch.»

«Könnste nie», antwortete der Vater, «du bist zu blöd dazu. Aber dem jungen Mike hier, dem könnt ich was erzählen, da hätte ich gar nichts gegen. Eines Tages wird er mich ja sowieso im Geschäft unterstützen.» Er tat also, als ob Matilda Luft wäre, wandte sich an seinen Sohn und dozierte: «Ich bin jedesmal froh, wenn ich einen Wagen erwische, wo so ‘n Vollidiot die Gänge ins Getriebe geknallt hat, daß es ganz ausgeleiert ist und klappert wie verrückt. Die Karre krieg ich billig. Und dann brauch ich nur das Schmieröl tüchtig mit Sägemehl zu vermixen, und schon schnurrt die Kiste wie ein Kater.»

«Und wie lange läuft sie, bis sie wieder anfängt zu klappern?»

«Gerade so lange, daß mir der Käufer weit genug von der Hucke ist», sagte der Vater und grinste, «so ungefähr hundert Kilometer.»

«Aber das ist unehrlich, Vati», sagte Matilda, «das ist Betrug.»

«Mit Ehrlichkeit ist noch keiner reich geworden», entgegnete der Vater. «Kunden sind dazu da, daß man sie über den Löffel halbiert.»



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