

«Ich könnte mir denken, Vati»,antwortete Matilda ruhig, «daß du nicht genau hingeschaut hast und einfach Mamis Flasche mit dem Haarzeugs vom Regal genommen hast statt deine eigene.»
«Ja natürlich, so muß es gewesen sein!» stöhnte die Mutter. «Also wirklich, Harry, wie kann man nur so blöd sein? Man muß sich doch das Etikett anschauen, eh man sich so was eimerweise auf den Kopf schüttet! Meins wirkt außergewöhnlich kräftig. Ich soll nur einen einzigen Eßlöffel davon in ein ganzes Waschbecken voll Wasser geben, und du schüttest dir alles direkt auf den Schädel! Paß nur auf, wahrscheinlich gehen dir jetzt alle Haare aus. Spürst du schon ein Brennen auf dem Kopf, Liebling?»
«Glaubst du, daß ich meine ganzen Haare verliere?» jammerte der Ehemann.
«Sicher», antwortete die Mutter, «Wasserstoffsuperoxyd ist eine sehr starke Chemikalie. So was gießt man auch ins Klo, um den Abfluß zu desinfizieren, nur da wird es anders genannt.»
«Was sagst du denn da!» schrie der Ehemann. «Ich bin doch kein Klobecken! Ich muß nicht desinfiziert werden!»
«Selbst so verdünnt, wie ich es benutze», fuhr die Mutter fort, «gehen mir davon schon eine ganze Masse Haare aus. Weiß also der Himmel, was mit dir passieren wird. Ich würd mich nicht wundern, wenn dir der halbe Kopf abgeht.»
«Was soll ich denn machen?» heulte der Vater. «Schnell, sag’s mir, ehe es anfängt auszufallen.»
Matilda sagte: «Ich würd’s tüchtig waschen, Vati, wenn ich du wäre, mit Wasser und Seife. Aber beeilen mußt du dich.»
«Wird dann die Farbe wieder zurückkommen?» fragte der Vater ängstlich.
«Natürlich nicht, du Dummkopf», sagte die Mutter.
