
«Wie weit?» fragte Matilda. «Das weiß ich nicht genau, Fräulein Honig. Ich glaube, noch ein ganzes Stück.»
Fräulein Honig brauchte ein paar Augenblicke, um diese merkwürdige Feststellung zu verarbeiten. «Du meinst also», sagte sie, «daß du mir sagen könntest, wieviel zwei mal achtundzwanzig ist?»
«Ja, Fräulein Honig.»
«Und wieviel ist das?»
«Sechsundfünfzig, Fräulein Honig.»
«Und wenn wir es etwas schwieriger machen, zum Beispiel zwei mal vierhundertsiebenundachtzig? Könntest du mir das auch ausrechnen?»
«Ich glaube ja», erwiderte Matilda.
«Bist du ganz sicher?»
«Aber ja, Fräulein Honig, ich bin ziemlich sicher.»
«Wieviel ist also zwei mal vierhundertsiebenundachtzig?»
«Neunhundertvierundsiebzig», erwiderte Matilda wie aus der Pistole geschossen. Sie sprach ruhig und höflich und ohne die geringste Spur von Angabe.
Fräulein Honig starrte Matilda vollkommen fassungslos an, aber als sie den Mund wieder aufmachte, klang ihre Stimme gefaßt. «Das ist wirklich fabelhaft», sagte sie, «aber mit zwei zu multiplizieren, ist natürlich viel leichter als mit höheren Zahlen. Wie steht’s denn mit dem Rest vom Einmaleins? Kannst du da noch etwas?»
«Ich glaube schon, Fräulein Honig. Ich glaube ja.»
«Was denn, Matilda. Wie weit bist du gekommen?»
«Ich... Ich weiß nicht genau», entgegnete Matilda, «ich weiß nicht, was Sie meinen.»
«Ich wollte nur wissen, ob du zufällig auch das Einmaldrei kannst?»
«Ja, Fräulein Honig.»
«Und das Einmalvier?»
«Ja, Fräulein Honig.»
«Also, wie viele Einmaleinse kannst du denn, Matilda? Alle bis zum Einmalzwölf?»
«Ja, Fräulein Honig.»
«Wieviel ist sieben mal zwölf?»
«Vierundachtzig», antwortete Matilda.
